Sonntag, 4. September 2011

5. Deutsche Mega Drive Meisterschaften - Nachbericht

Erstmals fanden die Mega Drive Meisterschaften bei ihrer 5. Inkarnation ihren Weg in die bayerische Hauptstadt München. Mit einem Auge auf die im Herbst kommenden Europameisterschaften gerichtet, sollte dieses Turnier wieder in einem Gruppenmodus stattfinden. Hatte sich im Vorfeld noch ein großes Teilnehmerfeld angekündigt, so schrumpfte die Zahl der Teilnehmer wegen kurzfristiger Absagen leider in den letzten Tagen vor dem Turnier. Dennoch fanden sich 11 Wagemutige zum erneuten Kampf um die Deutsche Mega Drive Krone - und einen der großartigen Preise, die über SEGA Deutschland ihren Weg auf die Veranstaltung gefunden hatten.


Vier Veteranen kehrten auf die Turnierbühne zurück, sieben wagemutige Newcomer ergänzten das Teilnehmerfeld. Für alle galt es, in 22 verschiedenen Mega Drive Spielen ihr Können unter Beweis zu stellen. Da auch dieses Mal wieder Wert auf ausgeglichene Gruppenstärken gelegt wurde, würden die stärksten Spieler aus den vergangenen Turnieren (Richard Neumann, Sebastian Sponsel und Alexander Klassen) in verschiedene Gruppen gesetzt und die übrigen Spieler hinzugelost. Somit kamen zwei Gruppen zu je vier Spielern sowie eine drei Mann starke Gruppe zusammen. Die beiden bestplatzierten Teilnehmer aus Gruppe A und B sowie der Sieger in Gruppe C sollten anschließend in der fünfköpfigen Finalrunde um den Turniersieg kämpfen.

GRUPPE A

Als Spitzenreiter der deutschen Mega Drive Rangliste stellte der ehemalige Champion (DMDM II) und dreimalige Europaveteran Richard Neumann von Beginn an klar, dass er der Favoritenrolle auch dieses Mal gerecht werden würde. Zwar kassierte er während seines Heimspiels in World Cup Italia '90 nur kurz nach dem Anpfiff bereits den ersten Gegentreffer, doch ließ er sich keine Sekunde lang von diesem 0-1 Rückstand einschüchtern und begann seinen Kontrahenten zu demontieren. Dieser warf während der zweiten Hälfte des Spiels das Handtuch, so dass Richard bei einem Spielstand von 18-2 zum eindeutigen Sieger der Partie erklärt wurde. Auch ansonsten blieb Gruppe A eine recht eindeutige Angelegenheit: Thorsten Butschke konnte zweimal in Auswärtsspielen überzeugen und musste sich nur zweimal dem späteren Gruppensieger Richard beugen. Somit stand letztlich bereits vor dem finalen Multiplayerspiel fest, wer sich für das Finale qualifizieren würde. Dennoch blieb die letzte Partie Yu Yu Hashuko eine unterhaltsame Angelegenheit. Manuel John, der in der gesamten Gruppenphase bis zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen Punkt landen konnte, bäumte sich hier noch einmal auf und ging als Sieger aus der Partie hervor, so dass er die Vorrundenphase wenigstens mit 3 Zählern auf seinem Konto beenden konnte.



Gruppe B

Anders als Richard Neumann erwischte der zweite große Favorit, Sebastian Sponsel, einen schlechten Start ins Turnier: Bereits in seinem ersten Heimspiel erreichte er nur ein mühsames 2-2 Unentschieden gegen Neuling Klaus Nusser. Mit Fatal Fury 2 gab er sein nächstes Heimspiel verloren, diesmal an René Hubrich, der die Gruppe deutlich dominierte. Mit nur einer Niederlage (gegen Klaus Nusser in Micro Machines 2) und einem vernichtenden, beinahe perfekten Sieg über Sebastian in Mortal Kombat 3 konnte Rene bereits vor dem letzten Spiel sein Finalticket buchen. Sebastian brachte sich aber mit einem Rückrunden-Sieg gegen Klaus (Einer 3-1 Revanche ebenfalls in Sensible Soccer, wo beide Kontrahenten die selben Teams wie im Hinspiel gewählt hatten) wieder zurück ins Turnier. Die finale Multiplayer-Partie in Gauntlet 4 musste die Entscheidung bringen, ob Klaus oder Sebastian, die beide mit 7 Punkten antraten, ins Finale einziehen würden. Dort sorgte Klaus für die Entscheidung, als er sich mit einem von einer Wand abprallenden Geschoss traf und sich damit unfreiwillig selbst aus dem Turnier katapultierte. Peter Haberland, der in der Gruppenphase nur als Punktespender diente, kam auf diese Weise zu seinem einzigen Vorrundenpunkt.

Gruppe C:

Gruppe C hatte keine großen Überraschungen zu bieten. Alexander Klassen wurde seiner Rolle als Gruppenfavorit gerecht und gab einschließlich des abschließenden Multiplayerspiels keine einzige Partie aus der Hand. Einzig zwischen den beiden Turnierneulingen, Manuel Schreiber und Manuel Lacher, blieb die Angelegenheit spannend: In ihrem Hinspiel erreichten die beiden in einer verbissenen Partie Sensible Soccer ein 2-2 Unentschieden. Im Rückspiel, dass in Wimbledon Championship Tennis ausgetragen wurde, sorgte Manuel Schreiber allerdings für klare Verhältnisse: Mit einem eindeutigen 2-0 Satzgewinn fegte er seinen Kontrahenten vom Platz und sicherte sich somit einen Platz in der Ehrenrunde um die Ränge 6 bis 8.

Platzierungsrunde

Der Kampf um die Plätze 6 bis 8 stand ganz im Zeichen des Fußballs: Alle drei für das Turnier gewählten Rasenballspiele kamen hier zum Einsatz. In dieser Runde bestimmte der Drittplatzierte der Gruppe A, Benedikt Mitschke, klar das Geschehen. Von einer verlorenen Partie Mortal Kombat 3 abgesehen blieb er in jedem Spiel der Platzierungsgruppe erfolgreich und sicherte sich so relativ ungefährdet den sechsten Platz. Allerdings blieb die abschließende Multiplayerpartie Street Racer spannend - Benedikt siegte hier in einem nur hauchdünnen Vorsprung von 0.4 Sekunden vor Klaus Nusser, der sich nach dem knappen Verpassen der Finalrunde letztlich mit Platz 7 zufrieden geben musste.

In der Schlussrunde der Gruppenletzten schien zuerst Manuel Lacher das Heft in der Hand zu haben: Er startete mit einem Heimsieg gegen Manuel John sowie einem Auswärtserfolg gegen Peter Haberland ins Rennen. Dies sollten jedoch seine einzigen Erfolge in der Gruppe bleiben. Im weiteren Verlauf bestimmte Manuel John das Geschehen und belegte letztlich mit acht Punkten Rang 9. Peter Haberland konnte sich zwar nach einem Stechen in der Dreispielerpartie Mega Bomberman noch einmal einne Zähler sichern, musst sich letztendlich aber mit dem letzten Platz in der abschließenden Dreierrunde zufrieden Geben.

Finale
Mit dem Erreichen der fünfköpfigen Siegergruppe hatte jeder Spieler eine Sonic the hedgehog-Mütze gewonnen. Daher wurde spontan der Entschluss gefällt, dass die Kontrahenten die gesamte Finalgruppe mit ihren Siegerhüten austragen würden.


Hatte Sebastian Sponsel sich in der Vorrunde noch mit Müh und Not einen Platz in der Finalgruppe erkämpft, so spielte er im folgenden Finale plötzlich wie entfesselt. Besonders deutlich wurde dies in der bis zuletzt spannenden, verbissen geführten Partie Sensible Soccer gegen Thorsten Butschke: Nachdem die erste Halbzeit noch mit einem 1-1 geendet hatte, ging Sebastian spät in der 82. Minute mit 2-1 in Führung. Doch nur drei Minuten später gelang Thorsten der Ausgleich. In der Folge drängten beide Spieler verzweifelt aufs Tor, das Spiel wurde mit Fouls und zwei gelben Karten noch mehrmals unterbrochen. Doch in der 89. Minute gelang Sebastian schließlich der 3-2 Siegtreffer, worauf er sich mit einem triumphalen Jubelschrei den Frust der Vorrunde von der Seele brüllte. Kurz darauf folgte die Rache gegen René Hubrich, dem er in der Gruppenphase zweimal unterlegen war: Erst erfolgte ein Sieg in einem Chun Li vs Chun Li-Match in Street Fighter II, dann vernichtete er seinen Kontrahenten regelrecht in Speedball 2 mit einem eindeutigen 123 : 4.

René Hubrich, der zuvor noch Gruppe B dominiert hatte, brach in der Schlußrunde hingegen deutlich ein: Im Finale konnte er kein einziges seiner Heimspiele für sich entscheiden. Aus seiner Speedball 2-Niederlage gegen Sebastian zog er allerdings die richtigen Konsequenzen: In der folgenden Auswärtspartie gegen Thorsten Butschke konnte er im selben Spiel einen knappen 78-84 Erfolg für sich verbuchen. Am Ende belegten René und Thorsten punktgleich hinter dem Zweitplatzierten Sebastian den dritten Rang.

Ansonsten bestimmte allerdings Richard Neumann die komplette Finalrunde. Egal ob Heim- oder Auswärtsspiel bewährte er sich in allen Disziplinen und gab bis zum Schluss keinen einzigen Punkt mehr verloren. Auch als er den Titel bereits gesichert hatte gab er sich selbst im abschließenden 5-Spieler-Match Columns 3 keine Blöße und holte sich deutlich den Gesamtsieg. Sebastian Sponsel hatte sich ebenfalls bereits den zweiten Platz im Vorfeld gesichert, so dass die Schlusspartie letzlich zu einem Dreikampf um die Plätze 3 bis 5 wurde - die verbliebenen Kontrahenten trennte jeweils nur ein Punkt. Am Ende musste sich Alexander Klassen mit dem fünften Rang begnügen. Thorsten Butschke und René Hubrich landeten punktgleich auf Platz 3, und Richar Neumann sicherte sich seinen zweiten Titelgewinn nach den zweiten Mega Drive Meisterschaften im Frühjahr 2010.

Nach etwas über fünf Stunden gingen damit die fünften Mega Drive Meisterschaften zu Ende. Erneut war die Veranstaltung, trotz der kurzfristigen Absagen, ein voller Erfolg. Das größte Problem, mit dem sich einige der Turnier-Neulinge konfrontiert sahen, war die Qual der Wahl der eigenen Turnierspiele. Von daher gibt es Überlegungen, den Modus des Gruppenturniers diesbezüglich in Zukunft ein wenig abzuändern. Ansonsten verlief das Turnier jedoch reibungslos - bis auf ein einzelnes Game-Pad, dass ganz in der Tradition vergangener Mega Drive Meisterschaften im Laufe der Veranstaltung sein Leben lassen musste.

Am Fortbestand des Mega Drive Turniers besteht allerdings kein Zweifel: Der nächste Kampf um die 16-Bit-Krone wird bereits für das Frühjahr 2012 ins Auge gefasst. Zuvor stehen aber noch die Europameisterschaften im englischen Oxford vor der Tür, wo sich erneut die stärlsten Mega Drive Recken Europas messen werden.

Hier noch das abschließende Resultat des Finals der DMDM V:

Kommentare:

  1. Ich finde den Modus eigentlich okay, da diejenigen, die blind gewählt haben, ohnehin nicht wussten, was sie wählen sollten ;) Eine festgelegte Liste würde daher nur die begünstigen, die sowieso regelmäßig dabei sind

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